Mai
18
    
Posted (Petty) in Reisen on Mai-18-2009

Mit Kathoey oder Katoi bezeichnet man in Thailand ursprünglich männliche Menschen, die sich im Laufe ihrer der Jahre mehr oder weniger einer Geschlechtsumwandlung zur Frau hin unterzogen haben. Die optischen Körperteile einer Frau zu haben, das ist der Wunschtraum eines jeden Kathoeys – und je nach dem vorhandenen Budget durchaus realisierbar.

Im Schulfach Biologie lernten wir alle, das es 2 Geschlechter gäbe. Männer und Frauen, so wurde das in unsere Hirne zementiert. In Thailand weiß man aber, zumindest aus den historischen, überlieferten Lanna-Texten, das damals bei der Kreation der Welt 3 verschiedene Wesen geschaffen wurden: eine Frau, ein Mann und ein Kathoey Transsexueller, Transvestit, Ladyman, Gratoi, Catoy oder Kathoey, es gibt unzählige Bezeichnungen mit denen diese Personengruppe bedacht wird. Geschmäht, verachtet und ausgestoßen von den Einen – werden sie aber auch gezielt gesucht und verehrt von “speziellen Liebhabern”.

Ich möchte hier nun wirklich kein Urteil fällen, oder existierende Klischees wiederkäuen – ich bin ein „Normalo”, ein überzeugt 100% heterosexueller Mensch – daher vielleicht nicht immer unvoreingenommen. Aber ich versuche gewissenhaft, hier Objektivität walten zu lassen. Ich bin in erster Linie journalistischer Ethik verschrieben, nicht den Vorurteilen einer breiten Mehrheit. Man möge meinen Definitionsversuch als Diskussionsgrundlage betrachten, nicht als Abstempelung und Kategorisierung einer Gruppe von Mitmenschen. Sie sind nicht wegzudenken aus Thailand, die Kathoeys – sie gehören dazu wie Pagoden, Tempel und warmes Klima. Doch deren Omnipräsenz täuscht den Touristen gewaltig, denn sie sind weder sozial integriert noch von der Bevölkerung akzeptiert. Der in Thailand vorherrschende Theravada-Buddhismus verurteilt zwar weder Homosexualität noch Geschlechtsumwandlungen, aber das führt allerhöchstens zu einer Duldung der Kathoeys bei ihren Landsleuten. Die Staatsreligion verkündet, das Frauen und Kathoeys von der „Erleuchtung” ausgeschlossen seien, denn das Erreichen des Nirwanas ist allein den Männern vorbehalten. Wiedergeburt ist ebenfalls elementarer Bestandteil des Buddhismus und Volk als auch Mönche sehen in der Wiedergeburt eines Menschen als Kathoey die Bestrafung für ein lasterhaftes Sexualleben in der vorherigen irdischen Existenz an.

In der Realität sind Katois Menschen 3. Klasse , was sich im Besonderen auch in den Gesetzestexten des Landes ausdrückt. So heißt es zum Beispiel konkret im Paragraphen 276 des thailändischen Strafgesetzbuches, welcher sich auf sexuelle Nötigung und Vergewaltigung bezieht: „ Wer Geschlechtsverkehr mit einer Frau gegen deren Willen hat, die nicht seine Ehefrau ist, und dabei die Frau bedroht oder die Tatsache ausnutzt, das sie nicht in der Lage ist sich zu wehren, den…” Diesbezüglich wäre zum Beispiel die orale, anale oder auch vaginale Vergewaltigung eines Kathoeys juristisch höchstens als einfache Körperverletzung zu bewerten, nicht als Vergewaltigung! Denn, rein juristisch gesehen, handelt es sich immer um einen Mann – auch nach vollzogener Umoperation. Als Mann kann man folglich nicht vergewaltigt werden, auch nicht mit Riesenbrüsten, langen Haaren und einer vom Chirurgen verpassten vaginalen Körperöffnung! Bei einer Vergewaltigung sieht das Gesetzbuch eine Strafe von 4 bis 20 Jahren Gefängnis und/oder eine Zahlung von 8.000 bis 40.000 Baht (160 – 800€) vor, im zweiten Fall sind die Höchstwerte 2 Jahre Gefängnis und/oder eine Strafe von 4.000 Baht (80€) vorgesehen. Kathoeys stehen im Niemandsland, wenn es um den Schutz eines Menschen geht, den ein nationales Gesetzbuch bieten sollte. In der Unterhaltungsindustrie des Landes zeichnete sich in jüngster Vergangenheit eine optische Trendwende an. Kathoeys traten nicht mehr nur in Freakshows in der Provinz auf, nein – die nationalen Fernsehsender rissen sich um geeignete Schauspieler(innen) für Kathoey-Sitcoms, Gameshows und Serien. Thailändische Filmemacher verdienten sich nach langen Durststrecken goldene Nasen an ihren Kathoeythematiken. „Pleng Sudthai” aus den 80er Jahren war einer der ersten Filme dieser Kategorie.

Damit wären wir bei dem Unterthema Kathoey & Kommerz. Kein Abend vergeht in Thailand, an dem keine Kathoeys im Fernsehen auftreten oder auf den Brettern stehen, die für einen darbietenden Künstler die Welt bedeuten. Die Werbeschergen spannen nun ebenfalls vermehrt Kathoeys für sich ein, das Produkt Kathoey scheint „IN” zu sein! Kathoeys wird nachgesagt, das sie verschagen und listig sind, kriminell obendrein – Verseuchte Sexmaschinen ohne Seele, ohne Herz! Das kann aber nicht stimmen, denn in erster Linie ist ein Kathoey auch ein Mensch. Statistiken beweisen eindrucksvoll, das die Kriminalitätsrate landesweit bei den Kathoeys auf dem gleichen Level der von der Altersstruktur her vergleichbaren jungen Männer ist, lediglich in Patong (Phuket) und Pattaya (Chonburi) ist sie deutlich höher als im Landesmittel. Kathoeys sehen sich nicht als schwul, sie sehen sich als Frau und möchten einen männlichen Sexualpartner. Im Gegensatz zur Transsexuellenszene in z.B. Brasilien oder den USA fühlen sich die Kathoeys in Thailand eher zu Männern hingezogen, die sich selber nicht als homosexuell bezeichnen.

Um ihren weiblichen Attributen Formen zu verleihen, ist den Kathoeys fast jedes Opfer recht. Contraceptives (Antibabypillen) enthalten weibliche Hormone in hoher Dosierung, regelmäßige Einnahme derselben führt bei Heranwachsenden zur Brustbildung, zudem kosten diese Pillen nur Bruchteile eines Euros je Monatspackung in Thailand. Das Haar wächst von selber, aber was dann kommt…..das kann schwer in’s Geld gehen. Brust- und Arschimplantate, Nasenkorrekturen – die ersten chirurgischen Eingriffe sind ebenfalls noch für einen Großteil der Bevölkerung bezahlbar. Ein Kathoey strebt nach Perfektion und was ihn am Meisten stört – das ist das Ding zwischen seinen Beinen, mit dem er nichts so richtig anzufangen weiß. Es stört ihn sehr und sein sehnlichster Wunsch wäre es, dieses primäre männliche Geschlechtsmerkmal gegen so eines der weiblichen Version einzutauschen. Die moderne Chirurgie in Thailand macht sowas möglich – aber die Kosten dafür, die kann ein normal arbeitender Thai sich auch über Jahre hinweg nicht zusammensparen.

So driften dann viele dieser Wesen in die Prostitution ab, man verkauft seinen Körper und nimmt die damit verbundenen Risiken in Kauf. Nur die Wenigsten finden einen wohlhabenden Gönner, sei es ein Thai Businessmann oder ein Tourist, der die Umoperation finanziert. Ist der Penis erst ‘mal ab – und gibt es keine verräterische Beule mehr im Rock oder Bikini…..dann erscheint vielen Katois das weitere Leben als Frau leicht zu fallen. Doch das ist ein Irrglaube! Jeder Thai muß ständig seine ID-Card mitführen, auf der er klar als Mann identifiziert ist, egal wie komplett seine Umoperation war.

Schon bei der Jobsuche tauchen unüberbrückbare Hürden auf, und das erklärt sich wie folgt: Jeder männliche Thai unterliegt der staatlichen Wehrüberwachung und wird zu einer Musterung bestellt, wenn er eine bestimmte Altersstufe erreicht hat. Hat ein Kathoey zu diesem Zeitpunkt bereits hormonangefütterte oder implantierte Brüste – dann ließe sich das bei der Musterung schlecht verbergen. Die Militärärzte sondern Katois gezielt aus und diese werden aus der Wehrerfassung gestrichen. Das Zertifikat des Militärarztes wird dem Kathoey dann Untauglichkeit wegen Geisteskrankheit bescheinigen – und gerade dieses Papier wird den Kathoey sein Leben lang verfolgen, denn jeder potentielle Arbeitgeber läßt sich von seinen Bewerbern das Militärzeugnis bzw. die Untauglichkeitsbescheinigung zeigen. Geisteskranke haben keinen Zutritt zum öffentlichen Dienst und auch an den Universitäten wird bei der Studienplatzvergabe heftigst diskriminiert.

Die prominenten Kathoeys, die z.B. an der Bangla-Road in Patong auf Phuket jedem Touristen für ein Taschengeld ihr umgebautes Geschlechtsteil auf die gierig bereitgehaltenen Kameralinsen stülpen, die werden selbst unter Ihresgleichen mit Mißachtung gestraft. In den Strandbereichen der Touristenorte findet man nach Einbruch der Dunkelheit oftmals abgestürzte und oft auch drogensüchtige Kathoeys, die sich für auffällig wenig Geld prostituieren (unter 10 €!), aber als recht diebische Elstern schon so manchen Touristen um seinen Schmuck, die Armbanduhr oder gleich die ganze Brieftasche gebracht haben.



 
Mai
16
    
Posted (Petty) in Reisen on Mai-16-2009

Pattaya ist neben Phuket wohl der bekannteste und beliebteste Urlaubsort in Thailand.
Urlauberkultur im Wandel Pattaya, wohl der weltweit bekannteste Urlaubsort Thailands, verdankt seine eigentliche Gründung einer eher militärischen Begebenheit. Im Jahre 1767 flüchteten Phraya (thail. Adelstitel) Taksin und seine Soldaten vor den Burmesen, welche gerade im Begriff waren, die Hauptstadt Ayutthaya zu überrennen und zu zerstören. Hier machte man damals Station auf dem Wege zum Fluchtpunkt Chantaburi weiter im Südosten des Landes.

Tappraya, die erste bekannte Bezeichnung für diesen Ort, bedeutet auch nichts anderes als „Armee des Phraya”. Später einigten sich die hier angesiedelten Fischer auf Phatthaya, was auch soviel bedeutet wie „meerseitiger Wind”. Das wurde später locker auf die heutige Schreibweise „Pattaya” vereinfacht. Erst in 1964 wurden dem einst völlig unbedeutenden Fischernest die Dorfrechte zuerkannt! Wiederum war ein bewaffneter Konflikt Ursache für eine erneute Umstrukturierung des kleinen Fischerdorfes, denn als ab dem 18. April 1966 die US-Airforce in der nicht weit entfernt gelegenen Gegend von U-Tapao einen Indochinakonflikt-Fliegerhorst für ihre B-52-Bomber errichteten, fiel dafür der allererste Startschuss.

Wegen der leichten Andienbarkeit für all die nötigen Versorgungstransporte zur See und der relativen Sicherheit weit von dem eigentlichen Toben des Krieges entfernt, schätzte das Oberkommando der amerikanischen Streitkräfte diesen Stützpunkt dort als strategisch besonders wertvoll ein. Von hier aus sollten dann neben den 8-strahligen B-52-Megabombern auch viele Luftbetankungsflieger und die berühmten U-2-Spionageflugzeuge für Einsätze über dem Feindesgebiet in Nordvietnam und Laos starten. Die Airforcebase nahm sehr rasch an Größe zu, und viele Einheimische fanden gutbezahlte Jobs in den Versorgungs- und Vergnügungsbetrieben der Peripherie. Es ist bekannt, dass hier bereits Tausende von Jobs und Gelegenheitsjobs an hiesige Einheimische vergeben wurden, bevor die Airbase auch nur ein Jahr in Betrieb war. Der Ort Sattahip war zwar näher gelegen, aber die niedrigen Grundstückspreise und nahen Strände Pattayas zogen Investoren mit ersten Bar-, Hotel- und Restaurantprojekten in viel stärkerem Umfang an. Das war dann auch der Beginn der Rotlichtphase Pattayas. Ein über Jahre nicht mehr versiegen wollender Strom von jungen Frauen aus den ärmeren Provinzen begab sich darauf hin in das dortige „Eldorado”, um den Soldaten der Airbase zu Diensten zu sein. Viele in der stillen Hoffnung, dort einen Gl als Ehemann ködern zu können. Doch es wurden nicht nur Barmädchen gebraucht! Einkommensschwache Teilzeitfischer und Gelegenheitsfeldarbeiter fuhren die ersten Bahtbusse (mit Sitzbänken auf der Ladefläche umgerüstete Pick-up-Trucks), bauten neue Unterkünfte, verlegten einfache Kanalisationen, während ihre Frauen Wäsche wuschen oder mit einer Küche auf Rädern sich einen guten Dollar nebenher verdienen konnten. Das Dorf boomte, und zum Ende der 60er Jahre verdrängten erste mehrstöckige Hotels die bis dahin in Strandnähe befindlichen, eher ärmlichen Bretter- und Wellblechkonstruktionen. Die Klientel bestand nun auch nicht mehr nur aus U-Tapao Personal, sondern überwiegend auch aus Frontsoldaten auf Kurzurlaub, bei den Amerikanern „R & R” genannt, was im Jargon der Streitkräfte soviel heißt wie „Ausruhen und Erholung”.

Chinesische Geldwechsler und Pfandleiher, indische Schneider und Opportunisten jeder Art machten sich den hier fallenden Geldregen zunutze, jeder auf seine Art. Bahtbusse verkehrten rund um die Uhr im 5-Minuten-Takt nach U-Tapao, und aus dem Dorf wurde eine kleine Stadt mit ersten Neonreklamen, Charter-Fischerbooten, Steakrestaurants und unzähligen Anbietern von Seafood aller Art. Die Stadt wuchs permanent und dehnte sich vom Strand weg weiter aus, wobei der Bereich der heutigen Beachroad und Walking Street sich schon damals als das eigentliche Zentrum abzeichnete. Landeinwärts gab es von der Second Road an noch gar nichts an festen Gebäuden. Mit dem Abzug der Amerikaner aus Vietnam gegen Mitte der 70er Jahre setzte dann eine ungeheure Krise ein, denn die dringend benötigten Kunden blieben nun plötzlich weg.
In U-Tapao hob der letzte US Air Force Flieger am 20. Juni 1976 ab, die Base existierte nun aus US-Gesichtspunkten nicht mehr. Mit traurigen Blicken sahen Geschäftsleute, Hoteliers und auch die mittlerweile vielen Barmädchen und andere Servicefachkräfte ihre Zukunft hier nun im Argen liegen, aber wie einst Phoenix aus der Asche tauchten just in dieser Phase clevere Reiseveranstalter auf, welche die damals völlig brachliegenden Hotels vertraglich langfristig verpflichteten und schon baldigst neue, zahlende Kundschaft versprachen. Den Barmädchen war das völlig egal, ob da nun ein junger, durchtrainierter Soldat oder ein fettleibiger Frührentner für ihre Dienste bezahlte und auch die Schneider, Geldwechsler und Hoteliers freundeten sich schnell mit den nun eintrudelnden Westeuropäern an, die das tropische Ganzjahresparadies Thailand vollmundig in ihren Farbbroschüren in Europa vermarkteten. Der Luftraum zwischen Europa und Asien verdichtete sich fortan zusehends, und jedes Industrieland der westlichen Welt hatte schon bald mehrere Flüge täglich nach Bangkok im Angebot, anstatt wie vor dieser Zeit nur 2 bis 3mal je Woche. Fernflüge wurden auch für die breite Masse in Europa erschwinglich, erstmals besann man sich in der Hauptstadt Bangkok auf den Tourismus als mögliche Einnahmequelle für das zwar nicht verarmte, aber doch entwicklungstechnisch noch sehr bedürftige Königreich. Werbemaßnahmen wurden von staatlicher Behördenhand koordiniert und ein nicht ungeschicktes Marketing verhalf Thailand zu einem guten Ruf unter Urlaubsgästen und Veranstaltern. Pattaya war sicherlich damals der Hauptmagnet für die vielen Buchungen aus Mitteleuropa. Die Insel Phuket folgte ganz dicht dahinter.

 

Taxen rekrutierten sich in diesen Jahren übrigens vorwiegend aus den vielen älteren, amerikanischen PKW, welche die abrückenden GIs ausrangiert hatten oder bei der Abreise schnell noch für wenig Geld verkauften. Das Ende der 70er Jahre läutete den Pauschaltouristenboom dann in erweiterter Form ein, denn das Angebot vor Ort wurde angepasst und ebenso maßgeschneidert wie Anzüge oder Hemden bei den nun wieder florierenden Schneidergeschäften. In 1979 erhielt Pattaya die Rechte einer „Thesaban Nakhon”, also einer selbstverwalteten Kleinstadt nach thailändischem Kommunalrecht, sie florierte nun unaufhaltsam. Die Bucht vor Pattaya wurde zusehends dichter zugeparkt mit Booten, welche die abgezogenen Amerikaner zu ihrem Freizeitvergnügen einstmals importierten und beim überhasteten Verlassen des Landes billigst an örtliche Geschäftemacher verkauft hatten. V-8-Sportboote für Fischersleute? Nein, ganz klar! Die Zielgruppe für diese nun zur tageweisen Anmietung feilgebotenen, pfeilschnellen und durchweg übermotorisierten Boote waren ganz eindeutig die neuen Pauschaltouristen, denen man Charterfahrten zur Hochseefischerei und Trips auf nahe liegende Inseln im Golf von Thailand anbot. Die Stadtverwaltung fing an, den Straßen bzw. der lausigen Beschaffenheit derselben erste wirkliche Aufmerksamkeit zu schenken. Ab den frühen 80er Jahren gab es dann einen regelmäßig verkehrenden Linienbus-Service zwischen Bangkoks Ekkamai-Busterminal und dem längst nicht mehr existierenden Pattaya-Busterminal direkt am Ende der Beachroad, unmittelbar südlich des heutigen Amari Hotels. Das Erscheinungsbild der Stadt wandelte sich nun nur noch rascher!
An der Straße nach Naklua siedelten sich erste Vergnügungsbetriebe an, welche vor den teuer gewordenen Mieten an der „Prunkmeile” (Beachroad & heutige “Walking Street”) flüchten wollten. Es entstand damals entlang der Naklua Road eine Art deutsch-österreichische Enklave, denn die Zielgruppe hier war schon klar durch die Namensgebung der Restaurations- und Herbergsbetriebe prädestiniert. Hier gab es „Klein-Heidelberg”, den „Schnitzelwirt”, das „Dom-Eck” und ein passendes Angebot an Speisen und Getränken zu diesen Namen passend. Aber auch östlich der Second Road wurde fleißig gebaut, hier tummelten sich vorwiegend die Touristen aus England und Irland. Erste richtige aber überschaubare Supermärkte entstanden, und jede noch so kleine Baulücke zwischen der Beachroad und der Second Road wurde zugepflastert mit weiteren Hotels, Bars, Vergnügungsbetrieben und Restaurants.

Die letzten noch friedlich auf den großen Weiden entlang des Jomtien Beaches grasenden Wasserbüffel müssen sich mächtig erschrocken haben, als Bagger und Dampframmen für Betonpfeiler künftiger Großbauprojekte ihre sicher geglaubte Idylle nachhaltig störten. Vorbei schien auch die Zeit der hier herumgammelnden Hippies, die noch unbedroht von polizeilichen Braunhemden fröhlich ihre Ganja- und Haschpfeifchen gitarrespielend am Strand oder direkt vor ihren 50 Baht-Billigstherbergen (1 Euro die Nacht) schmauchen konnten. Die bis dahin existierende Holzhütten-Infrastruktur wich deutlich solideren Bauweisen, und die Gammler flüchteten sehr schnell vor den viel zahlungskräftigeren Pauschalurlaubern, deren Sicherheitsbedürfnissen und auch der Polizei. Pattaya expandierte in seinen Ausmaßen permanent und weiterhin in absolut atemberaubender Geschwindigkeit.
Erste Straßen mussten bereits verbreitert werden, und ein stetig zunehmender Strom von Bahtbussen beförderte nun transportwillige Touristen quer durch die Stadt, hinauf nach Naklua und hinüber nach Jomtien. Man kann wirklich sagen, dass das ehemalige Fischerdorf in den 80er Jahren eine erste wirklich spürbare Blütephase erlebte. Es wurden nun auch Schulen errichtet und ordentliche Krankenhäuser gebaut, es gab nun eine spannungsstabile Stromversorgung und erheblich weniger Stromausfälle bei Gewittern. Den touristenspezifischen Geschäften gesellten sich Reisebüros und Sprachschulen hinzu, es gab nun viel mehr Polizeistationen, und die Stadtverwaltung konnte ihr Personal Jahr für Jahr um einen erheblichen Prozentsatz aufstocken. Das Bankennetz verdichtete sich rapide, und mit Bindfäden an Bambusgestellen befestigte Neonröhren wichen richtiger Gehweg- und Straßenbeleuchtung, Straßenzug für Straßenzug und Gasse für Gasse.

 

Die wohl bestbesuchte Meile in ganz Pattaya. Die Walking Street ist schlichtweg der Begriff für jene, die einmal zum Urlauben herkamen Das vormals überschaubare Neon-Werbeschild Sammelsurium auf der heutigen Walking Street wurde noch bunter und erheblich größer, vieles wurde prunkvoller und prächtiger. Einheimische, die Barmädchen und das viele Personal sowie die wenigen noch verbliebenen Ureinwohner wichen vor dem sich erweiternden Kern der Stadt immer weiter in Richtung der Sukhumvit, die bis etwa zur Mitte der 80er Jahre noch als Ostgrenze der Zivilisation betrachtet werden konnte. Zu dieser Zeit machte sich auch erstmals die deutschsprachige Boulevardpresse über die Verhältnisse in den Rotlichtbetrieben Pattayas her, denn das Mindestalter der dort anschaffenden Damen und erstmals auch männlichen Sexworker wurde damals nicht wirklich kontrolliert oder überprüft. Halb bekleidete Mädchen boten ihre Dienste marktschreierisch in manchen Gassen und vor ihren Etablissements an. So bekam Pattaya nach und nach unweigerlich dann den unschönen Ruf als größter Puff Asiens in den Heimatländern der Urlauber, der an diesem Ferienort bis heute kleben geblieben ist wie ein lästiger, festgetretener Altkaugummi unter der Schuhsohle. Boomtown Pattaya boomte ungehemmt weiter auch in die 90er Jahre hinein. Naklua blieb weiterhin ein Bollwerk in deutschsprachiger Hand, und andere ethnische Gruppen teilten sich den Rest der Stadt auf. Schon kurz nach dem Zerfall der UdSSR wurde U-Tapao wiederbelebt als Charterflugplatz für die erstmals Verreisen dürfenden Gäste aus der ehemaligen Sowjetunion. Das eigentliche Zentrum blieb nach wie vor um die strandseitigen Straßen, welche ein internationales Gemisch von Restaurants und Vergnügungsbetrieben blieben. Neuen Regierungen in Bangkok blieb die schlechte Presse im Ausland nicht verborgen, und man arbeitete mit Vehemenz an einer Verbesserung des Erscheinungsbildes und einem Verschwinden der Minderjährigen aus dem Gesichtsfeld der Sextouristen und mittlerweile auch eintrudelnden Normalurlauber. Es entstanden richtige Gehwege, ja fast schon Promenaden, hier und da tauchte plötzlich eine Statue oder ein Brunnen auf, Pattaya wollte nun mit aller Macht hoffähig oder doch zumindest vorzeigbar werden.

Die Stadtväter nahmen den zugeworfenen Ball der Landesregierung auf und versuchten zu realisieren, was in ihrer Macht stand. Festivals wurden kreiert, schäbige Ecken bekamen Grünflächen und Bepflanzungen, der mittlerweile in mafiosen Strukturen fest verwurzelten Armada an dreisten Bahtbussen wollte man durch Gratisshuttles (richtige Kleinbusse sogar mit Klimatisierung) das Wasser etwas abgraben. Manche dieser Maßnahmen hatten Erfolg, andere erlagen dem Druck des Mobs binnen weniger Monate, aber man bemühte sich weiterhin redlich. Pattaya wollte das Image als gebrandmarktes Schmuddelnest, größtes und verruchtestes Bordell Asiens unbedingt loswerden.

Es sollten dann in viel größerem Umfange die angeblich noch mehr Geld im Lande lassenden Familien-, Luxus- und Edelurlauber überzeugt werden, dass auch ein ganz normaler Strandurlaub in Pattaya möglich sei. Feudalste Hotelprojekte wurden errichtet oder erweitert und es wurden Unsummen investiert. Vorher stiefmütterlich belächelte Vergnügungsparks der kinderfreundlichen Art erlebten unter staatlicher Förderung eine Renaissance und nur die asienweite Wirtschaftskrise gegen Ende des Jahrtausends bremste diese Entwicklung etwas ab. Die Jahrtausendwende bescherte Pattaya mit einer raschen Erholung von der unmittelbar vorausgegangenen und tief erschütternden Krise. Neue Scharen an Urlaubern, nun vorwiegend aus Osteuropa, füllten leerstehende Hotelbetten schnell, und aus einem kleinen Arabereckchen mit ein paar Openair-Bars erwuchs ein ganzes Araberviertel mit entsprechendem Wasserpfeifenangebot, spezieller Musikkulisse und Klientel. Residenzprojekte riesigen Umfanges, besonders in den Randbereichen Wongamat und am Jomtien Beach erfreuten sich unterschiedlichster Auslastungsquoten. Von immer bombastischer wirkenderen Hochhauscondos auf den Reißbrettern der Architekten sieht man in den Büros der Immobilienfirmen viel. Naklua teilten sich die Deutschsprachigen nun mit den Damen und Herren, die mit kyrillischer Schrift mehr anfangen können, mehr „Nasdrovje” und weniger „Zum Wohle” oder „Prosit” störte die Gastronomie und Hotellerie nicht wirklich, denn ein Rubel der rollt war immer noch besser als ein Euro, der ausblieb. Selbst in den Hochburgen des Deutschtums fand man nun vermehrt Hinweisschilder an der „Futtern-wie.bei-Muttern” Gastronomie, welche da besagten: nMuUA PECTOPAHA! In 2004 erreichte die Stadt Pattaya „offiziell” die 100.000 Einwohnermarke, welche man getrost belächeln darf, denn ein Mehrfaches dieser Zahl an Menschen lebte in Pattaya bereits auch schon in der Nebensaison, berücksichtigt werden nämlich in diesen „offiziellen” Statistiken nur die in Pattaya auch behördlich registrierten Thaibürger.

Mit zunehmender Energie versuchten seither Regierungen vorwiegend populistischen Genres besonders und gezielt dem Rotlichttreiben durch Verhängen von für Urlaubsorte lachhaften Sperrstunden und ständig neuen Auflagen zumindest Grenzen aufzuzwängen. Rauchverbote in Bars und dergleichen limitieren ebenfalls das mögliche Vergnügen für einige Besucher. Der bedingte und durchaus zweifelhafte Erfolg solcher Maßnahmen bleibt abzuwarten! Pattaya wird wie immer überleben, aber kaum ein Tourist wird seinen damaligen Urlaubsort noch wiedererkennen, wenn er mehrjährig einem anderen Ferienort den Vorzug gab. In umliegenden Ländern gibt es weder Sperrstunden noch Rauchverbote, es werden dort weder internationale Großflughäfen besetzt noch fahren Panzer auf, um den inneren Frieden zu erhalten. Pattaya muss noch sehr viel Imagepflege und Pressearbeit betreiben. Ein reiner Positivtenor, wie er aus den Presseorganen der Regierung unentwegt erschallt, ist weder glaubhaft noch real. Objektiven Journalisten, die sich der korrekten Berichterstattung verschrieben haben, macht man die Arbeit hier nicht immer leicht. Eine Auslegung der Pressefreiheit, wie sie in Europa üblich ist, würde sogar hier wahrscheinlich als sehr begrüßenswert eingestuft werden, denn das Rotlichtmilieu macht nur noch einen kleinen Teil des fantastischen Spektrums aus, welches nur Pattaya in Thailand zu bieten hat! Wirklich absolut unvergleichlich in ganz Asien ist obendrein die konzentrierte Auswahl an guten bis sehr guten Restaurants. Kaum ein Gourmet, der hier nicht voll auf seine Kosten kommt. Spitzenköche zaubern hier für einen vergleichbar kleinen Obulus die feinsten weltweit gefragten Speisen auf den Tisch. Selbst Top-Cuisine ist hier allabendlich für den Urlaubsgast erschwinglich und in Sachen Service, Präsentation, Frische und Finesse hat Thailand schon von der eigenen Landesküche her einen exzellenten Ruf in der ganzen Welt. Vorzüglichste Einkaufsmöglichkeiten für alles, was ein Urlauberherz nur begehren kann, gruppieren sich hinzu und sind in dieser Stadt auf kleinstem Raum untergebracht – vom ruhigen Candle-Light-Dinner auf einer romantischen Terrasse bis zum hochfrequenten Puls einer nur mit „lebhaft” arg untertrieben bezeichneten Hightechdisco sind es oft nur wenige hundert Meter. Pattaya hat nun auch sehr viel Neues zu bieten, schauen Sie es sich einfach selbst einmal an!



 
Mai
15
    
Posted (Petty) in Reisen on Mai-15-2009

Amphoe Mueang Phuket ist der Landkreis, auf Thai Amphoe, rund um die Stadt Phuket, sie liegt im Nordwesten des Kreises.

Die Geographie

Der Kreis liegt im südlichen Teil der Insel Phuket. An der westlichen und der südlichen Küste liegen einige mehr oder weniger touristische Sandstrände, vom Nordwesten aus: Karon, Kata, Kata Noi, Nai Harn, Rawai und die Friendship Beach an der Chalong Bay. Die Strände sind voneinander durch felsige Landzungen getrennt, von denen das Kap Promthep (Promthep Cape) am südlichsten Punkt der Insel die schönste und am häufigsten fotografierte ist. Thailändische Touristen besuchen die Landzunge gerne, um hier den Sonnenuntergang zu beobachten.



 
Mai
15
    
Posted (Petty) in Reisen on Mai-15-2009

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Der Phuket und Reise Blog hat soeben eröffnet.